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Forum 65 + Im Jahr 2016

Forum 65 plus - Bild
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Forum 65+– Erinnern – unterstützen – engagieren. Teilhabe und Zuwanderung in Mecklenburg-Vorpommern

Im Projekt „Forum 65+“ werden die Ressourcen der Generation 65+ im ländlichen Raum erschlossen und aktiviert, mit dem Ziel einer aktiven Auseinandersetzung zu rassistischen und kulturellen Vorurteilen gegenüber Asylsuchenden. Gleichzeitig wird das Forum 65+ als „Modellraum“ zur Entwicklung kreativer, zukunftsorientierter Lösungsansätze für die Region geschaffen. Innerhalb dieses Modellraums werden zwei Kernthemen angezielt: Zum einen die Integration der Flüchtlinge und Asylsuchenden und zum zweiten die Zukunftsorientierung für den ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns durch Aktivierung der älteren Generation im intergenerativen Dialog.

Vor dem Hintergrund der bundesweit steigenden Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden fällt dem ländlichen Raum in den östlichen Bundesländern eine besondere Rolle zu. Dort führt die stetige Abwanderung der jüngeren Generationen zu einer Überalterung und zu einer Schrumpfung der Bevölkerung. Der Leerstand an Immobilien in Dörfern und Städten nimmt kontinuierlich zu, es drohen der politische und wirtschaftliche Bedeutungsverlust. Vor diesem Hintergrund wird es immer schwieriger, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Region zu halten oder auch neu anzusiedeln. 

Gleichzeitig bleibt es schwierig, jüngere und auch ältere Menschen zu motivieren, im ländlichen Raum zu leben, sich dort zu engagieren und somit einen Beitrag dazu zu leisten, dass der ländliche Raum zu einer lebenswerten Region wird. Mit dem Forum 65+ sollen Vorurteile bei den Anwohnenden abgebaut, das lokale Gemeinwesen stabilisiert und eine aktiv gelebte Willkommenskultur alle Anwohner in einer lebendigen Zivilgesellschaft geschaffen werden. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und dem regionalen Selbstverständnis in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Für Asylsuchende wird eine regelmäßige Beschäftigung im Zeitraum des Prüfverfahrens und nach Bewilligung des Asylantrages angestrebt. Ziel des Forums ist eine direkte soziale Begegnung und Begleitung, sowie die Vermittlung von sozialkulturellen Werten und Regeln durch die Anwohnenden. Dabei können eigene Ressourcen, wie z. B. soziale, kognitive und fachliche Kompetenzen erschlossen und gestalterisch zur Entwicklung der Region eingebracht werden.

Eine zukunftsfähige Perspektive für den ländlichen Raum kann nur gemeinsam, mit den vor Ort Ansässigen und den neu Zugezogenen, erreicht werden. Der offene Austausch und der gegenseitige Respekt sind entscheidende Grundlagen, um diesen Prozess für alle Beteiligten und die verschiedenen Regionen zu gestalten. Das Forum 65+ hat im Jahr 2016 in folgenden Orten schon konkrete Veranstaltungen realisiert oder beschäftigt sich mit der konkreten Vorbereitung:

Wangelin, Ost-West Austausch ländlicher Region; FAL e.V. Wangelin und Alena e.V. Uelzen
Barth, Integrationsspielplatz; Willkommensinitiative Barth, Wohnungsbaugesellschaft Barth
Wangelin, Workcamps – Zukunft ländlicher Raum; FAL e.V.
Bröllin/Torgelow, Workshops – Gelebte Integration, Schloss Bröllin; Willkommensinitiative Torgelow
Tressow, Interkultureller Garten – Ort für Integration
Schwerin, Nachbereitung der Qualifikation von Integrationsbegleitern; Seniorenring MV

Forum 65 + im Jahr 2015

Konzentration im Publikum.
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Und anschließend sind auch persönliche Nachfragen möglich.
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Die Teilnehmenden setzen sich mit Strategien der Projektentwicklung und des Fundraisings im Rahmen von zivilgesellschaftlichem Engagement auseinander.
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Es gibt viel zu tun!
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Die in der Pilotphase gewonnenen Einblicke und Erkenntnisse und die sich daraus ergebenden Fragestellungen bilden die Grundlage für ein Seminarprogramm 2015 für die Generation 65+.

 

Arbeits-und Zeitplan

Ziel ist es, mehrere Standorte für die Seminarblöcke im Jahr 2015 festzulegen und idealerweise in Kombination mit lokalen Projekten durch das Forum 65+ zu begleiten. An den Standorten werden im Laufe des Jahres 2015 verschiedene Seminare angeboten, die sowohl einzeln als auch im Block gebucht werden können. Um einen effektiven und ergebnisorientierten Verlauf der Seminare zu gewährleisten, ist eine wissenschaftliche Begleitung geplant: An allen Standorten soll mit einer in der Region existierenden Hochschule kooperiert werden.

 

Themenfelder:
Unsere inhaltliche Orientierung für die Blockseminare

  • Engagement für oder gegen etwas – Was motiviert, was hindert mich an Engagement vor Ort? Was mache ich bei Widerstand oder wenn Konflikte entstehen?
  • Biografien als Quelle für die Vermittlung von Erfahrungen, Werten, Begrifflichkeiten, Brüchen, Konflikten und Orientierungen.
  • Demografischer Wandel – Schrumpfung als Chance, Netzwerke und Synergien neu knüpfen, Freiräume nutzen!
  • Gemeinwesen auf dem Prüfstand – Gravierende Veränderungen erfordern neue Vereinbarungen zwischen Staat und Bürgergesellschaft. Bedeutet mehr Selbstbestimmung weniger Verwaltung?
  • Identität und Sinnstiftung aus regionalen Ressourcen als Standortfaktoren definieren, entwickeln und stärken!

Die Verknüpfung dieser Inhalte und Themen bildet die Themenfelder, aus denen sich unsere Seminare nach Bedarf differenziert zusammenstellen lassen!

 

Partner und Regionen

Die neuen Bundesländer unterscheiden sich in ihrer kulturhistorischen Identität sowie in ihren wirtschaftlichen und naturbezogenen Ressourcen. Das bedingt für die Projektlandschaft unterschiedliche inhaltliche und strukturelle Arbeitsschwerpunkte. Das Forum 65+ plant, die Standorte für die Seminare mit unterschiedlichem Profil und verschiedenartigen Rahmenbedingungen auszuwählen.

Wir bitten interessierte Projekte, Personen und sonstige potenzielle Partner aus Wirtschaft und Verwaltung, sich für die gemeinsame Gestaltung der Arbeit des Forums 65+ bei uns zu melden. Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

Pilotphase

Diskussion über die Schaffung zentraler Begegnungsorte und die Stärkung von eigenverantwortlichem Engagement.
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Bei der kritischen Auseinandersetzung sollte auch der Humor nicht fehlen.
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Die Situation ist komplex und es gibt viel zu bedenken. Glücklicherweise gibt es am Ende ein Protokoll.
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Gesprächsrunde zum Thema Der ländliche Raum und seine Perspektiven. Mitwirkende (v.l.n.r.): Jan Lewerenz, Edmund Bode, Silke Franz, Dr.Klaus-Peter Schulze, Götz Lehmann
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Ausgangslage

Seniorinnen und Senioren sind eine zu wenig beachtete Zielgruppe der politischen Bildung. Auch innerhalb der Arbeit des Anne Frank Zentrums trat die Generation 65+ ausschließlich in ihrer Rolle alsZeitzeugen und Zeitzeuginnen in Erscheinung. Ältere Menschen als Zielgruppe und Multiplikatoren politischer Bildung zu stärken, war daher die Ausgangsmotivation des Pilotprojekts, das von Juli bis Dezember 2014 stattfand. Angesichts des demografischen Wandels und der teilweise schwierigen strukturellen Rahmenbedingungen gerade in Ostdeutschland konzentrierte sich unsere Arbeit auf den ländlichen Raum in den neuen Bundesländern.

 

Zielstellung

Ziel war es, Einschätzungen über Themen zu gewinnen, die die Lebensrealität älterer Menschen im ländlichen Raum mitbestimmen. Dazu zählten wir den demografischen Wandel, Rechtsextremismus, zivilgesellschaftliches Engagement sowie die Betrachtung der Biografien der Generation 65+ in verschiedenen politischen Systemen.

 

Ablauf der Pilotphase

Um innerhalb unserer Arbeit auf ein breites Wissens- und Erfahrungsspektrum zurückgreifen zu können, organisierten wir im September ein Fachgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Bildungsarbeit, Forschung und Verbänden. Zudem erstellten wir eine Übersicht bestehender Angebote für die Generation 65+ im Bereich Bildung, Kultur und Soziales in ostdeutschen Regionen. Diese liegt auf der Website in Form eines Projektatlas vor. Da das Pilotprojekt auch einen intergenerativen Ansatz verfolgt, wollten wir das Bild heutiger Jugendlicher von der Generation 65+kennenlernen. Hierfür erarbeiteten wir eine Umfrage, die wir deutschlandweit verschickten und auswerteten. Außerdem haben wir einen Fragebogen erstellt, der sich an die Generation 65+ richtet und ihr Bild von heutigen Jugendlichen erfassen soll. Im März 2015 führten wir eine Praxiswerkstatt in Cottbus mit Seniorinnen und Senioren durch. Hier konnten wir zusammen mit den Teilnehmenden entstandene Ideen und Ansätze für die politische Bildungsarbeit mit der Generation 65+ weiterentwickeln und konkretisieren.

 

Ausblick

Das Pilotprojekt und die Praxiswerkstatt bilden die Grundlage für die Entwicklung eines mehrjährigen Seminarprogramms für die Generation 65+. Aktuelle Entwicklungen hierzu finden Sie unter Veranstaltungen.

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PDF Dokumentation
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